Gymnasium Gleichense Ohrdruf

Rezension zum Kinofilm „Tschick“: Top oder Flop?

 Am 3.11.2016 fuhren die Klassen 8, 9 und 11 nach Gotha zum Cineplex, um sich den Kinofilm „Tschick“ anzusehen. Doch wie fanden die Schüler den Film?

Nun ist es endlich  so weit. Sechs lange Jahre mussten Leser gespannt darauf warten und nun erschien der Bestsellerroman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf am 15. September 2016 in den deutschen Kinos. Der Roman „Tschick“ erschien im Jahre 2010 und erhielt gleich im darauffolgenden Jahr den deutschen Jugendliteraturpreis und den Clemens-Brentano-Preis. Nach einem Drehbuch von Lars Hubrich, einem Freund und Vertrauten des 2013 verstorbenen Autors Wolfgang Herrndorf, welcher sich erschoss wegen eines unheilbaren Gehirntumors, hat der Regisseur Faith Akin den fantastischen, abenteuerlichen Roman verfilmt. Bekannt wurde Faith Akin durch „Gegen die Wand“ (2004). Doch konnten sie den Bestsellerroman auch zum Kinoerfolg machen?
Alles begann als Andrej Tschichatschow, Spitzname „Tschick“, eines Tages neu in die Klasse von Maik Klingenberg kommt. Tschick ist Maik von Anfang an unsympathisch, er wird als „Assi“ der Klasse bezeichnet und sieht zudem noch aus wie ein Mongole, der auch noch stark nach Alkohol stinkt. Dann beginnen allerdings die Sommerferien und Maik hat immer noch keine Einladung von seiner großen Liebe Tatjana Cosic zum Geburtstag bekommen und ist deshalb total deprimiert, da er wochenlang an einem Portrait für sie gearbeitet hat. Zu alle dem muss Maik die Sommerferien alleine verbringen, da seine Mutter mal wieder in eine Entzugsklinik muss oder wie sie es nennen zur „Beautyfarm“ geht. Sein Vater ist ebenfalls weg, da er ja auf eine angebliche „Geschäftsreise“ mit seiner neuen Flamme Mona geht. Doch es kommt noch viel besser. Gleich in der ersten Woche taucht auf einmal Tschick mit einen angeblich „geliehenen“ hellblauen Lada Niva bei Maik auf und sie fangen an sich zu unterhalten und ein wenig anzufreunden. Als Tschick dann das Gemälde von Maik sieht, überredet er ihn, auf Tatjanas Party zu gehen und ihr das Portrait zu übergeben. Maik bringt deshalb all seinen Mut auf, geht zur Party und übergibt ihr das Gemälde. Dies ist der Augenblick, wo alles beginnt. Tschick und Maik beschließen über die Sommerferien wegzufahren, nämlich in die Walachei, mit dem „geliehenen“ Lada Niva. Sie beginnen sofort ihre Sachen zu packen und starten das Abenteuer ihres Lebens. Auf dem Weg in die Walachei lernen sie viele neue Bekannte kennen, wie z.B. „Adel auf dem Radel“ oder sie lernen auch eine nette Familie kennen, bei denen sie sogar zum Essen eingeladen werden. Außerdem lernen sie sogar eine neue Freundin namens Isa kennen, die sie auf einem Schrottplatz treffen. Isa begleitet dann Tschick und Maik noch ein kleines bisschen auf ihrer Reise. Zudem kommen sich Maik und Isa ein bisschen näher und ihre Reise geht immer weiter. Doch zusammen erleben sie den besten Sommer ihres Lebens.
Für die Schauspieler war es natürlich sehr schwer, die Charaktere aus dem Buch genauso, wie sie im Buch beschrieben sind, darzustellen. Doch ich finde, das ist ihnen gut gelungen. Maik Klingenberg, der von Tristan Göbel gespielt wird, hat gut gespielt. Jedoch finde ich, dass er in manchen Szenen die Situation nicht richtig verkörpert und mir kam es manchmal etwas zu übertrieben vor. Bei Anand Batbileg gilt das Gleiche. Ich fand zwar, er sah genauso aus wie er im Buch beschreiben wird. Wie ein Mongole mit billiger und zum Teil schmutziger Kleidung. Isa oder auch das Mädchen vom Schrottplatz wird von Nicole Mercedes Müller gespielt und sie war in ihrer Rolle einfach fantastisch. Sie spielt Isa genauso, wie sie von Wolfgang Herrndorf im Buch beschreiben wird, nämlich aggressiv, laut und sehr neugierig. Die Eltern von Maik werden von Uwe Bohm und Anja Schneider gespielt. Sie kommen zwar nicht sehr oft im Buch vor, doch sie haben super geschauspielert und waren so, wie ich sie mir im Buch vorgestellt habe.
Der Film insgesamt ist, wie ich finde, ein voller Erfolg. Wenn man den Film mit dem Buch vergleicht, gibt es natürlich wie in jedem Film ein paar kleinere Abänderungen oder es wird einfach etwas weggelassen. Im Kinofilm wird z.B. mal ein Berg durch ein Windrad ersetzt. Dies ist die Szene als sie „Adel auf dem Radel“ getroffen haben. Was mir allerdings noch gefehlt hat, war die tolle Krankenschwester Hanna, die im Buch sich sogar mit Maik anfreundet und bei der sich Maik sehr wohl fühlt. Hanna wird zwar zum Schluss im Krankenhaus mal kurz gezeigt, aber Maik hat nicht mit ihr gesprochen. Außerdem werden Maik und Tschick vom, wie sie sie nannten, Nilpferd nach dem Unfall ins Krankenhaus gefahren. Im Buch flüchten sie einfach aus dem Krankenhaus nach einem Telefonat mit Maiks „angeblicher“ Tante Mona. Das ist im Kinofilm allerdings nicht der Fall. Hier ist nämlich Tschick einfach abgehauen und Maik wurde vom Krankenwagen ins Krankenhaus geschafft. Doch was ich persönlich am Traurigsten am Film fand, war dass sie Horst Fricke weggelassen haben. Denn er ist im Buch eine der wichtigsten Personen. Er hat zwar zuerst auf Maik und Tschick geschossen, doch dafür sich dann entschuldigt. Zudem lehrt er die Jungs Einiges über die Liebe. Horst erzählt ihnen auch über seine verstorbene Frau. Dies ist auch der Grund, warum sich Tschick dann doch vor Maik „outet“ und dadurch ihre Freundschaft noch enger wird. Am Ende finde ich, wurde doch Einiges weggelassen oder die Reihenfolge ein wenig vertauscht. Das ist zwar nicht weiter schlimm, denn es hat den Film nicht wesentlich verändert. Meine Meinung zum Film ist, dass es ein „riesengroßer Hit“ ist. Mir persönlich hat die Szene am besten gefallen, als sie am See waren und Isa ins Wasser reingeschuppst haben. Am Ende haben sich dann alle dort dann noch gewaschen und lagen zum Schluss einfach nur noch zum Trocknen da, bis Tschick dann etwas zu Essen holt. Ich finde die Szene so toll, weil sie einfach nur zusammen Spaß haben, obwohl sie sich noch gar nicht lange kennen und trotzdem miteinander und auch übereinander lachen. Denn erst hier wird ihre Freundschaft zu dritt viel enger.
Tschick ist wirklich ein toller Film. Es wird sehr viel, wenn auch nicht alles, vom Buch umgesetzt und ist ein absolutes „Muss“! Es ist der perfekte Film für Jung und Alt. Fatih Akins sagte sogar in einem Interview mal: „Es ging ums Anderssein“. Das ist auch der Punkt, der mich an dem Roman interessiert hat. Die Moral des Filmes ist, dass es okay ist, anders zu sein".
Ich finde das trifft vollkommen auf den Film zu und wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte schnellstens ins Kino gehen. Doch leider können sich „Fans“ auf keinen zweiten Teil freuen. Wolfgang Herrndorf schrieb zwar eine Fortsetzung, wo es nur um Isa geht, doch dies wird wahrscheinlich nicht verfilmt.
Letzten Endes steht natürlich noch die Frage offen, ob „Tschick“ ein Erfolg war und ich kann euch sagen, es ist und war ein voller Erfolg und ist absolut empfehlenswert.

von Anna-Lena Hofmann Kl.9/2