Gymnasium Gleichense Ohrdruf

FöBi – Klasse 9

Am Montag, dem 15. August 2016, hat unsere Projektwoche zur Berufsorientierung in der FöBi Gotha begonnen. Weshalb wir gerade in eine, vielen als Förderzentrum bekannte, Einrichtung schnuppern sollten, hat sich den meisten anfangs nicht erschlossen. Doch bald haben wir erfahren, dass sich die FöBi auch um die praxisnahe Berufsorientierung der Schüler der Klassen 8 und 9 kümmert. So haben wir hier also in verschiedene interessante Handwerks- und Technikberufe hineinschauen können.
An unserem ersten Tag, nachdem wir gegen 8:30 Uhr in Gotha angekommen sind, wurden wir von den ersten Betreuern herzlich begrüßt und in einen großen Versammlungsraum gebeten. Hier haben wir eine kurze Belehrung zu den Räumen und Geräten bekommen. Anschließend sind wir in die zuvor festgelegten Gruppen aufgeteilt worden.
Wir, eine reine Mädchengruppe, haben an diesem Tag mit dem Bereich „Metall“ begonnen. Doch bevor wir loslegen konnten, sind wir Herrn Schramm in einen kleineren Raum gefolgt, in dem wir mit, von den meisten nicht sehr geliebten, roten Latzhosen ausgestattet wurden. Dann haben wir uns noch einen Schlüssel für den Spind geschnappt und durften uns umziehen.
 
Im wunderschönen neuen Outfit haben wir nun den Ort betreten, an dem die richtige Arbeit für heute stattfinden sollte.
Herr Schramm hat mit einer kleinen Belehrung begonnen und uns gezeigt, wie man die Anleitungen für unser heutiges Projekt richtig liest.
   
Das Ziel für diesen Tag war ein Hund aus Metall. Wir haben uns sofort auf den Weg zu unseren Arbeitsplätzen gemacht und kontrolliert, ob in den Schubfächern alle benötigten Geräte vorhanden sind.
Dann konnte es auch schon richtig losgehen. Zuerst holten wir uns ein 11 cm langes Metallstück, das wir entgratet und an den Enden den Radius 3 gefeilt haben. Nun haben wir die drei Stellen für die Bohrungen eingezeichnet, gekörnt und schließlich gebohrt. Hierbei sind scharfe Kanten entstanden, welche wir mit einer weiteren Maschine, dem Senkbohrer, bearbeitet haben.                        
Nun konnten wir für den Kopf und den Schwanz die Biegungsstellen anzeichnen und das Metall mit einer Schwenkbügelbiegmaschine in die richtige Position biegen. Fertig war der Hundekörper.Jetzt waren die Beine an der Reihe. Hierfür benötigten wir zwei 6 cm lange Metallstücke, die wir ebenfalls entgratet und gefeilt haben. In der Mitte jedes Beines haben wir ein kleines Loch gebohrt, um sie später mit dem Körper verbinden zu können. Auch hier haben wir, nach Anleitung, die Stücke gebogen.
Dann haben wir mit dem letzten wichtigen Teil beginnen können: dem Kopf. Hier stand uns ein 2x2x2 cm großer Würfel zur Verfügung. Nachdem wir diesen winklig gefeilt und auf einer Fläche die Abstände von 5 mm markiert haben, konnten wir die Löcher für die Augen und den Mund bohren. Zuletzt hat unser Hund auch noch Augen aus Messing bekommen, damit diese schön golden glänzen. Von einem langen Stab haben wir uns zweimal 1,5 cm lange Stücke abgesägt und in die Stellen für die Augen gehämmert. Den überstehenden Rest haben wir abgesägt und gerade gefeilt.
Der letzte Schritt bestand natürlich darin, alle Teile zusammenzuschrauben. Doch dies war relativ schnell erledigt und somit war unser kleines Hündchen fertig und der erste Tag in der FöBi schon zu Ende.
Am Dienstagmorgen waren wir schon gespannt, was uns im Bereich der Bionik erwartet. Doch leider war der dafür zuständige Betreuer verhindert, und so musste schnell ein anderer Bereich gefunden werden.
Kurze Zeit später war das Problem auch schon gelöst und so sind wir Herrn Wenzel nach unten in den Raum der Elektrik gefolgt. Hier hat er uns nach unseren Berufswünschen gefragt, wiederholte noch einmal mit uns, was Stromstärke, Spannung und Widerstand sind, und hat uns die heutige Aufgabe erklärt. Wir sollten einen einfachen Schaltkreis aufbauen.
Nach der Anleitung mit den genauen Zentimeterangaben zur Lage der Geräte, haben wir den Schalter, eine Dose und eine Lampe an der großen Metallplatte auf unseren Arbeitsplätzen festgeschraubt. Anschließend haben wir zwei weiße Kabel auf die Längen 44 cm und 66 cm zugeschnitten.
Mit einem Hilfsgerät haben wir ihre Ummantelung entfernt und sie im rechten Winkel von einem Gerät zum anderen gelegt.
Nach der Beschreibung steckten wir die Kabel an die entsprechenden Stellen. Schließlich haben wir noch die Glühbirne eingedreht und die Lampe verschlossen.
Herr Wenzel hat mit einem Stromgerät bei jedem getestet, ob die Lampe auch leuchtet, wenn man den Schalter betätigt. Dies hat bei allen super geklappt.
Da wir im Anschluss noch Zeit hatten, sind wir noch in ein anderes Gebäude gegangen, in dem uns eine CNC-Maschine gezeigt und ihre Funktionsweise erklärt wurde. Herr Wenzel hat uns das richtige Programm eingestellt, um kleine Schlüsselanhänger anzufertigen.
Nun hat sich jeder eine Gravur aussuchen und schließlich einen hübschen Anhänger mitnehmen können.
Und schon war auch der zweite informationsreiche Tag vorbei.
Am Mittwoch, dem dritten Tag dieser Projektwoche, haben wir uns mit dem Thema „Holz“ befasst. Da wir uns schon an den Tagen zuvor mit den anderen Gruppen ausgetauscht hatten, haben wir bereits gewusst, was uns erwartet: Wir bauen ein Tablett. Unsere Gruppe ist der Betreuerin Frau Buff gefolgt, doch bevor wir richtig loslegen konnten, durften natürlich die roten Latzhosen nicht fehlen. Es folgte eine kurze Einführung in den Holzbereich, welche Berufs- und Studiengänge in diese Richtung möglich sind und natürlich eine Belehrung zu den Maschinen.
Im Anschluss bekamen wir eine Liste, auf der die für heute benötigten Arbeitsgeräte und Materialien aufgezählt waren.
Die Bodenplatte war bereits in der passenden Größe, ebenso wie die beiden Griffseiten des Tabletts. Die beiden anderen Seiten haben wir auf 47 cm zurechtsägen und mit Schleifpapier die Unebenheiten auf den Leisten entfernen müssen.
An den Griffseiten haben wir mit einer Schablone die Form angezeichnet und zwei Löcher gebohrt.
Mit einer Laubsäge haben wir die überschüssigen Flächen abgesägt und im Anschluss die dadurch entstandenen Übergänge und Unebenheiten glatt gefeilt.
Bei allen vier Leisten haben wir mit der Fräse die Ränder abgerundet, damit sich das Tablett später auch gut anfassen lässt.
Mit Holzleim und Schrauben haben wir dann die Leisten verbunden und so den Rand des Tabletts fertiggestellt.
Jetzt fehlt nur noch die Bodenplatte. Hier haben wir zuerst, nach genauen Anweisungen, die Stellen für die Schrauben angezeichnet und mit einem Akkuschrauber den Tablettboden und den Rand zusammengeschraubt.
Da die Bodenplatte ein klein wenig größer war als benötigt, haben wir die überstehenden Stellen mit dem Hobel und alle restlichen Unebenheiten mit Schleifpapier entfernt. Und schon waren unsere, wirklich sehr gut gelungenen, Tablette fertig.
Nach dem Aufräumen und Saubermachen durften wir unsere Arbeitshosen wieder abgeben, da wir sie für den Rest der Woche nicht mehr benötigt haben. Auch dieser Tag mit Einblick in ein neues Berufsfeld ging nun dem Ende zu.
Am vierten Tag unseres Projekts durften wir in das Berufsfeld von  Lager und Logistik hineinschnuppern. Schon auf den ersten Blick haben wir gesehen, was uns in diesem Raum erwartet. Auf einer Seite lagen große Kartons, auf der anderen lagen Briefe, Hefte, Taschenrechner und alles andere, was in ein Büro gehört.
Frau Hannig hat uns zuerst gefragt, welche Lager- und Logistikunternehmen in der Nähe wir kennen, welche die größten sind und wie viel diese Lagerflächen gekostet haben. Danach teilten wir uns in zwei Vierergruppen auf, unsere  durfte die Pakete der letzten Gruppe auspacken und mit dem Lieferschein vergleichen, während die anderen sich um Rechnungen und Finanzen gekümmert haben. In den meisten Paketen, die wir öffneten, befanden sich entweder zu viele, oder zu wenige Produkte, sodass es mit dem Lieferschein nicht übereingestimmt hat. Da hat sich wohl die Gruppe vor uns keine Mühe gegeben...
Zwischendurch sind zwei weitere FöBi-Betreuer gekommen, und haben gesagt, sie wollen neue Fotos für die Homepage und fragen, ob wir damit einverstanden wären, wenn sie uns fotografieren. Wir haben schnell die Liste unterschrieben, in die Kamera gelächelt und widmeten uns dann wieder unserer Aufgabe.
Nachdem alle Pakete leer waren, erledigten wir noch eine Bestandsaufnahme. In zwei dicken Ordnern haben sich Listen von allen Produkten befunden, die dort im Regal gestanden haben. Nun haben wir eintragen müssen, wie viele Produkte im Regal stehen und wie viele dazukommen. Als wir damit fertig waren, haben wir die Gruppen getauscht.
Die anderen durften jetzt die neuen Pakete einpacken, für die nächste Gruppe, während wir uns um den Postein- und –ausgang kümmerten. Für uns haben sieben Briefe bereitgelegen, die wir öffnen und in eine Liste eintragen mussten. In diese kamen die Nummer des Briefes, das Datum, der Absender und der Betreff. Nachdem wir sie eingetragen haben, stempelten wir darauf, wann sie bei uns eingegangen sind.
Beim Postausgang haben wir aus einer Mappe Briefe entnommen und, in der richtigen Faltweise, sodass auch das Adressfeld sichtbar war, in Umschläge gesteckt und ebenfalls in eine Liste eingetragen.
Anschließend haben wir die Aufgabe bekommen, die Kosten für eine Ladung Briefe, Pakete und Postkarten zu berechnen. Aus einem Heft haben wir die aktuellen Preise dafür entnommen. Nun war auch schon der vierte Tag bei der FöBi vergangen.
Unseren letzten Tag dieser Projektwoche haben wir mit Frau Kämpfer im Bereich der Landwirtschaft verbracht. Wir sind ihr in ein anderes Gebäude gefolgt, haben uns an einen der Tische gesetzt und schon begann auch die Einführung. Uns ist erklärt worden, welche Bereiche zur Landwirtschaft zählen, welche Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten es gibt und eine Belehrung zu den Chemikalien und dem Labor, in dem wir an diesem Tag arbeiten sollten.
Dann wurden uns rote Kittel, Schutzbrillen, Handschuhe und Hauben ausgeteilt. Mit dieser Ausrüstung hat man sich gar nicht mehr wiedererkannt. Nun wurden wir in Zweier- beziehungsweise Dreiergruppen aufgeteilt und haben auch schon mit dem ersten Versuch beginnen können.
In sechs Schraubgläser haben wir Wasser gefüllt, in fünf von ihnen bis 3 cm Höhe und bei dem letzten, größeren Glas, bis 6 cm. Anschließend haben wir, von Glas zu Glas mehr werdend, eine bestimmte Anzahl Tintentropfen hineingefüllt. Wir sind nun ein paar Schritte nach hinten gegangen und haben uns die Ergebnisse der einzelnen Gruppen angeschaut.
Bei zwei Gruppen waren die Farbunterschiede in regelmäßigen Abständen mehr geworden, doch bei unserer Gruppe sah dies ganz anders aus, da wir unterschiedlich breite und hohe Gläser hatten. Hierbei sollten wir sehen, wie wichtig genaues Arbeiten im Labor ist.
Jetzt sollten wir in zwei Reagenzgläser jeweils 5 ml Wasser füllen. Doch hier war in einem Glas eine blaue Flüssigkeit entstanden, da Frau Kämpfer zuvor einen Tropfen Tinte hineingefüllt hat. Diesen hat man nur sehen können, wenn man das Reagenzglas von unten betrachtet hat. Sauberes Arbeiten ist natürlich auch sehr wichtig.
Nun sind wir zu unserer eigentlichen Aufgabe für heute gekommen. Wir sollten Wasser nach den Inhaltsstoffen Nitrit, Nitrat und Phosphat untersuchen. Hierbei war der Ablauf bei allen ähnlich, nur entsprechend mit anderen Reagenzien. Jeder füllte ein Messglas mit 5 ml der Wasserprobe, ein Glas wurde schon in die eine Seite des Komparators eingesetzt.
In die anderen wurden, beispielsweise für den Nachweis von Nitrit, vier Tropfen NO2-1 gegeben, das Glas danach kurz geschüttelt und anschließend haben wir einen gestrichenen Messlöffel NO2-2 dazugegeben, die Gläser verschlossen, geschüttelt und 10 min gewartet.
Jetzt wurde eines dieser Gläser in die andere Seite des Komparators gesteckt und wir konnten auf der Farbskala vergleichen, wie viel Nitrit in der Wasserprobe enthalten war.
Nachdem wir alle anderen Inhaltsstoffe ebenfalls untersucht haben und auch den pH-Wert auf gleiche Weise getestet haben, hat uns Frau Kämpfer gezeigt, wie man die Gesamthärte herausfinden kann.
Hierzu hat sie ein Messglas mit 5 ml Wasser gefüllt, zwei Tropfen GH-1 dazugegeben und das Glas geschwenkt. Dadurch haben sich die Flüssigkeiten vermischt und sich rötlich verfärbt. Nun hat sie tropfenweise GH-2 hinzugegeben, bis sich die Probe grün verfärbt hat. Hierbei hat ein Tropfen GH-2 einem Grad Gesamthärte entsprochen.
Zuletzt haben wir alle Reagenzgläser, Messlöffel und Messgläser gründlich gereinigt.
Und schon war auch der letzte Tag der Projektwoche zur praxisnahen Berufsorientierung vorbei. Obwohl viele eher in andere Berufsfelder einsteigen wollen, waren es doch für alle sehr interessante und informationsreiche Tage.

Anna-Patricia Bergk   9/2

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