Gymnasium Gleichense Ohrdruf

21 Jahre Abitur in Ohrdruf – Jahrgang 2014 verabschiedet

Unser diesjähriger Abiturjahrgang wurde am 04.07.  im Berghof Luisenthal verabschiedet. Die seit 2003 bestehende Tradition  im Bürgersaal des Schlosses Ehrenstein musste aus den bekannten Gründen unterbrochen werden.
Der 22. Jahrgang erhielt nach einem anspruchsvollen und abwechslungsreichen Programm des Schulensembles sowie nach der Festrede des Schulleiters und den Grußworten Frau Susanne Krahmüllers (Vorsitzende des Fördervereins) die begehrten Reifezeugnisse.
Ein Jahrgang mit vielen Erlebnissen und damit verbundenen Erfahrungen aus 8 Schuljahren. Diese schöne Zeit ist mit dem heutigen Tage unwiederbringlich zu Ende und neue Ziele werden angesteuert.
Dankt an dieser Stelle Euren Eltern und allen, die Euch unterstützt haben.
Vertraut auch in Zukunft den bisherigen Ratgebern Eures Weges und findet neue hinzu. Vertraut aber vor allem auch Euch selbst, wenn es gilt, Entscheidungen zu treffen oder Lösungen zu suchen. Vertraut Euren Verstand und Eurem Herz, wenn es gilt, diese einzuhalten oder auch dann, wenn Ihr diese korrigieren müsst. Vielleicht helfen uns in schwierigen Momenten auch Begleiter unserer Zeit oder Vorbilder aus der Geschichte.
So wie der 1992 verstorbene Willy Brandt, an dessen 100. Geburtstag kürzlich erinnert
wurde. Als charismatische Persönlichkeit wirkte er als Regierender Bürgermeister Berlins, als Außenminister und als Bundeskanzler an Brennpunkten der deutsch-deutschen und europäischen Geschichte in Zeiten des kalten Krieges.
Sein Kniefall in Warschau und sein Besuch in Erfurt 1970 sind unvergessen.
Seine Politik der Wandels durch Annäherung war sehr umstritten und er selbst
zog zwanzig Jahre später das Fazit: Nun wächst zusammen, was zusammen gehört.
Auch ein aktueller Hit in den Musikmedien führt uns zu einem weiteren Beispiel.
„I have a dream, one day…“ Warum?
Der Text entstammt einer Rede Martin Luther Kings, dem Wortführer des US-amerikanischen Widerstandes gegen die Diskriminierung der farbigen Bevölkerung in den Südstaaten. Sein ziviler Ungehorsam formierte eine Massenbewegung, die nicht nur den Präsidenten John F. Kennedy beeindruckte, sondern die ganze Welt.
Der Friedensnobelpreisträger wurde 1968 ermordet.
Habt auch Mut dort, wo es vermeintlich übermächtige Gegner nicht erwarten, geht nicht nur die leichten Wege, ob aus Angst, Bequemlichkeit oder Desinteresse. An das Gute zu glauben, dies fällt uns wie es scheint schwer, in einer Welt, die geprägt ist von Krisen und Bürgerkriegen wie im Irak, im Nahen Osten oder in der Ukraine, von Skandalen, einer Welt voller Machtmissbrauch und Ungerechtigkeiten, voller Verlust menschlicher Würde. Geben wir es trotz alledem nicht auf, an eine friedliche und gewaltfreie Zukunft zu glauben.
Ein Mann in Neu-Dehli, der freiwillig und ohne Bezahlung Kinder unter einer Eisenbahnbrücke unterrichtet, gibt ein ermutigendes Zeichen und ist zugleich ein berührendes Beispiel.
40 Schüler der 12. Klassen haben die Reifeprüfungen erfolgreich bestanden,
unter ihnen sind 20 mit einem Durchschnitt von 1,1 bis 2,0.
Dies ist besonders zu würdigen. Die drei Besten sind: Linda König, Marvin Gornik und Vanessa Wagner. Herzlichen Glückwunsch allen!

8 Jahre Schulalltag mit Höhen und manchmal Tiefen beim Lernen, aber auch mit vielen außerunterrichtlichen Veranstaltungen sowie Klassen- und Studienfahrten (z.B. nach Straußberg, Berlin, London, Rom, Bremerhaven) bleiben sicher noch lange in Erinnerung. Bei unzähligen Wettbewerben und Projekten, in Arbeitsgemeinschaften sowie bei kulturellen Aktivitäten setzten die Schüler der 12. Jahrgangsstufe  überaus bemerkenswerte Akzente. Zuletzt bei den Projekten zum 450jährigen Schuljubiläum.
Herzlichen Dank Euch allen!
Besonderer Dank gilt auch den  ehemaligen Klassen- und Stammkursleiterinnen Frau  May  und Frau Lein, die Euch 8 Jahre begleiteten.
Das gilt ebenso für alle Eltern- und Schülersprecher, ohne die die Schulgemeinde nicht funktionieren würde.
Nun warten bereits neue Herausforderungen wie Berufsausbildung oder Studium auf unsere Absolventen.
Viel Erfolg deshalb bei Euren weiteren Schritten und eine gute Wahl bei den nächsten Zielen, die Ihr ansteuert. Diese werden entscheidende Weichen für Euer gesamtes Leben sein.
Mögen Euch Menschen begegnen, die Euer Lebensglück erblühen lassen, wie es die
Gruppe Revolverheld in ihrem Lied „Ich lass für dich das Licht an“ so einfühlsam beschreibt: Die mit Euch ihre Jacke teilen, das Licht anlassen, obwohl es ihnen zu hell ist, die leise sind, wenn ihr laut seid, weil sie froh sind, wenn ihr einfach da seid.

In diesem Sinne: Macht Euch auf die Suche und greift nach dem Glück in der Ferne,
vielleicht liegt es auch ganz nah, aber ohne uns  ganz zu vergessen.
Alles Gute für Euch.
Auf ein baldiges und freundliches Wiedersehen!

OStD Dr. Rühl
Schulleiter

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