Gymnasium Gleichense Ohrdruf

Unbegreiflich!

Zwei Tage gab es Geschichte zum Anfassen und Nachempfinden für die Schüler der Klassenstufe 9 des Gymnasiums Gleichense  Ohrdruf im ehemaligen Konzentrationslager Mittelbau- Dora bei Nordhausen.


Zum Beginn des neuen Themas im Geschichtsunterricht fuhren wir, die Klassen 9/1 und 9/2 des Gymnasiums Gleichense, am 04. und 05. September 2014 nach Nordhausen, um dort die Gedenkstätte Mittelbau-Dora zu besuchen.
In den sechs Stunden, die wir am Donnerstag dort verbrachten, erhielten wir eine sehr interessante Führung durch die Museumspädagoginnen Frau Fiedermann (9/1) und Frau Heinrichs (9/2) durch das Gelände. Dabei durchliefen wir Teile der Stollenanlage, in der in den letzten Kriegsmonaten 1944/45 die sogenannten V-Waffen produziert wurden.  Bei einem Gang über das  Areal  wurden uns viele Informationen zum Konzentrationslager vermittelt. Zudem schauten wir zwei Filme zu den historischen Geschehnissen, einer davon bestand sogar aus Originalaufnahmen, die die Zustände dort schonungslos offenbarten. Einigen viel es deshalb schwer, dieses Thema anzugehen, da sie ihre Emotionen nicht zurückhalten konnten. Aber für diese Tränen hatten alle Verständnis. Unbegreiflich war für uns, welche Strapazen und Qualen die Menschen vieler Nationen dort aushalten mussten und wie andere, nämlich die SS-Bewacher, ihnen so etwas antun konnten.  Am Freitag ging es dann darum, in kleinen Gruppen ein bestimmtes Thema in einem Vortrag und Plakat aufzuarbeiten. In der Gedenkstätte stand dazu authentisches Material, u.a. das sogenannte „Totenbuch“,  zur Verfügung. Schmerzlich wurde uns erneut bewusst, wie viele Menschen (über 8000 in nur 20 Monaten) dort ihr Leben ließen. Wir erfuhren aber auch, dass sich in jedem Jahr die Überlebenden, momentan nur noch 12, am „Befreiungstag“, dem Tag, als die US-Armee das Lager befreite,  zu einem Erinnerungstreffen zusammen finden. Dazu kommt ein ehemaliger Häftling, in der Zwischenzeit 90 Jahre alt, aus Australien. Die meisten Häftlinge waren jedoch in den sogenannten „Todesmärschen“ ums Leben gekommen. Die Originalberichte der Überlebenden dazu haben uns tief bewegt. Nach der Verabschiedung von unseren Betreuern fuhren wir  sehr nachdenklich und ungewöhnlich still  wieder gen Ohrdruf.
 
Wir konnten während dieser Exkursion viel lernen und uns konkretes Wissen zu unserem neuen Thema im Geschichtsunterricht verschaffen. Hier noch einmal ein großes Dankeschön an Frau Fiedermann und Frau Heinrichs für die kompetente und geduldige Betreuung an diesen beiden Tagen.
 08.09.2014, Vivien Siewert, Lea Weißensee, 9/1