Gymnasium Gleichense Ohrdruf

Gedenkstätte Buchenwald: Die Toten mahnen uns!

Nur wenige Kilometer entfernt von der Kulturstadt Weimar ließ die SS 1937 ein Konzentrationslager errichten. Sein Name, "Buchenwald", wurde zum Synonym für die nationalsozialistischen Verbrechen.
Um sich näher mit diesem historischen Thema zu befassen, begaben sich beide 10. Klassen am 6. November auf eine zweitägige Exkursion in die dortige Gedenkstätte.
Nach einer kurzen Einführung der Gruppenbetreuer in der Jugendbegegnungsstätte und dem Ansehen eines Dokumentationsfilms, begann die erste Führung durch das Lager. Vom ehemaligen Bahnhof, von dem nur noch die Gleise zu erkennen sind, gingen wir über den sog. „Carachoweg“. Dabei handelt es sich um den Weg, dem die Häftlinge nach ihrer Ankunft entlang getrieben wurden. Am Ende dieses Weges befinden sich das bekannte Lagertor und der Arrestzellenbau.
Nach der Besichtigung dieses als „Bunker“ bekannten Orts des Terrors, ging es weiter zum Appellplatz, auf dem die Häftlinge jeden Tag stundenlang stehen mussten. Einmal hat dieser Apell sogar ein 19-Stunden gedauert. Dort findet man heute eine Gedenktafel.
Zunächst erscheint diese Gedenktafel nicht allzu besonders, aber wenn man diese mit der Hand berührt, spürt man eine besondere Wärme. Es ist die Wärme, die einen Menschen am Leben hält: 37 Grad. Nach diesem besonderen Erlebnis begaben wir uns zu unserer letzten Station, dem Krematorium.
An diesem so schrecklichen Ort, hängen heute viele kleine Gedenktafeln von Angehörigen, die ihre Liebsten zu dieser Zeit verloren haben, um ihnen wenigstens ein wenig Menschlichkeit zurück zu geben.
Wieder in der Jugendbegegnungsstätte, begannen wir nach diesen Einblicken in den grausamen Alltag eines Häftlings, in Gruppen an unsere selbstgewählten Themen zu arbeiten. Mit Hilfe einer großen Auswahl an Materialien, erstellten wir Vorträge und Plakate zu den unterschiedlichsten Themen, wie etwa den Biografien von Häftlingen oder SS-Tätern oder einzelnen Gebäuden und Bereichen des Lagers.
Um die schrecklichen Bilder und Geschichten der Häftlinge zu verarbeiten, verbrachten wir den Abend in Weimar.
Am nächsten Morgen besuchten wir die ehemalige Kommandantur des Lagers, in der sich heute ein großes Modell des Konzentrationslagers befindet und die drei Ausstellungen im Museum in der ehemaligen Effektenkammer. Sowohl die historische Ausstellung, die Kunstausstellung, als auch die Fotoausstellung „Schwarz auf Weiß“ - lieferten uns zusätzliche Informationen und bildliche Eindrücke. Im Anschluss unternahmen wir  eine weitere Führung, diesmal in den Außenbereich. Von der Jugendbegegnungsstätte, die einer ehemaligen SS-Kaserne untergebracht ist, gingen wir zu den Ruinen der einstigen Führersiedlung. Es ist unmöglich zu glauben, dass in diesen Villen damals Kinder gespielt haben, obwohl nur wenige Meter entfernt Menschen starben. Von dort aus gingen wir noch zum Steinbruch, in dem die Häftlinge Schwerstarbeit leisten mussten.
Nach der Führung gingen wir wieder in den Seminarräume, wo wir unsere Plakate vorstellten und ein zusammenfassendes Gespräch mit unseren Gruppenbetreuern führten. Als Abschluss dieser zweitägigen Exkursion hielten wir dann nochmal mit dem Bus am weit sichtbaren Mahnmal  mit der bekannten Figurengruppe und dem Glockenturm. 15.30 Uhr fuhren wir dann weiter Richtung Heimat und nahmen bleibende Eindrücke dieser grausamen Zeit mit.
Denise Beck
10/2
10.11.2014